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Glossar

Kaufnebenkosten

Nebenkosten beim Immobilienkauf. Die Nebenkosten des Immobilienkaufs: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je Bundesland), Notar und Grundbuch (ca. 2 %) sowie gegebenenfalls Maklerprovision (Käuferanteil typischerweise 2,98–3,57 %, bei Neubau vom Bauträger oft null). Deutsche Banken finanzieren sie bei einem üblichen Profil nicht mit: sie kommen aus dem Eigenkapital.

Ausländische Käufer unterschätzen die Kaufnebenkosten regelmäßig. Bei einem Kauf für €400.000 in NRW (6,5 % Steuer) sind allein Steuer plus Notar rund €34.000 in bar fällig: noch vor jedem Euro Eigenkapital für den Kaufpreis selbst.

Bei vermieteten Objekten fließen Grunderwerbsteuer, Notar und Käufer-Maklerprovision in die AfA-Bemessungsgrundlage ein; laufende Nebenkosten (der mieterseitige Begriff trägt denselben Namen: nicht verwechseln) sind auf die Mieter umlegbar.

Kaufnebenkosten 2026 nach Bundesland (ohne Makler)

BundeslandGrunderwerbsteuerSteuer + Notar/Grundbuch*Bei €400.000
Bayern3,5 %ca. 5,5 %€22.000
Baden-Württemberg5,0 %ca. 7,0 %€28.000
Niedersachsen5,0 %ca. 7,0 %€28.000
Rheinland-Pfalz5,0 %ca. 7,0 %€28.000
Sachsen-Anhalt5,0 %ca. 7,0 %€28.000
Thüringen5,0 %ca. 7,0 %€28.000
Bremen5,5 %ca. 7,5 %€30.000
Hamburg5,5 %ca. 7,5 %€30.000
Sachsen5,5 %ca. 7,5 %€30.000
Berlin6,0 %ca. 8,0 %€32.000
Hessen6,0 %ca. 8,0 %€32.000
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %ca. 8,0 %€32.000
Brandenburg6,5 %ca. 8,5 %€34.000
Nordrhein-Westfalen6,5 %ca. 8,5 %€34.000
Saarland6,5 %ca. 8,5 %€34.000
Schleswig-Holstein6,5 %ca. 8,5 %€34.000

*Notar und Grundbuch mit den gesetzlichen ca. 2 % angesetzt (GNotKG). Maklerprovision variiert je Transaktion und ist nicht enthalten; bei Neubau- und Bauträgerprojekten zahlen Käufer häufig keine. Stand Juli 2026.

Beispielrechnung: Wohnung für €400.000 in Rheinland-Pfalz

Grunderwerbsteuer 5,0 % = €20.000, Notar und Grundbuch ca. 2 % = €8.000. Macht rund €28.000 Kaufnebenkosten ohne Makler, also etwa 7 % des Kaufpreises. Kommt eine Käuferprovision von 3,57 % hinzu, steigen die Nebenkosten um weitere €14.280 auf rund €42.000.

Auf den Euro genau für Ihr Bundesland und Ihren Kaufpreis rechnet das unser kostenloser Kaufnebenkosten-Rechner. Das komplette Ranking aller 16 Bundesländer mit Methodik: Kaufnebenkosten-Ranking 2026 (auf Englisch).

Warum Banken die Nebenkosten in der Regel nicht finanzieren

Deutsche Banken beleihen den Objektwert, nicht den Transaktionswert. Grunderwerbsteuer, Notar und Makler schaffen keinen beleihbaren Gegenwert und kommen deshalb in der Regel vollständig aus Eigenkapital. Für die Planung heißt das: Eigenkapitalbedarf = Kaufnebenkosten plus der von der Bank geforderte Eigenanteil am Kaufpreis.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten beim Hauskauf?

Ohne Makler 5,5 bis 8,5 % des Kaufpreises, je nach Bundesland (Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % plus ca. 2 % Notar und Grundbuch). Mit Käuferprovision können es 9 bis 12 % werden; bei Neubau vom Bauträger entfällt die Provision häufig.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Rheinland-Pfalz?

Rund 7 % ohne Makler: 5,0 % Grunderwerbsteuer plus ca. 2 % Notar und Grundbuch. Bei €400.000 Kaufpreis etwa €28.000.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in NRW?

Rund 8,5 % ohne Makler, der höchste Wert in Deutschland: 6,5 % Grunderwerbsteuer plus ca. 2 % Notar und Grundbuch. Bei €400.000 Kaufpreis etwa €34.000.

Kann man die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

Bei einem üblichen Profil nein: deutsche Banken beleihen den Objektwert, die Nebenkosten kommen dann aus Eigenkapital. Sogenannte 110-%-Finanzierungen sind Ausnahmefälle für sehr starke Profile mit deutschem Einkommen; unter den Kundenfällen von LDP sind Finanzierungen von 100 % und 105,5 %.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar?

Bei vermieteten Objekten ja, aber zeitversetzt: Grunderwerbsteuer, Notarkosten des Erwerbs und Maklerprovision erhöhen die AfA-Bemessungsgrundlage und wirken über die jährliche Abschreibung. Kosten der Finanzierung (z. B. Grundschuldbestellung) sind sofort als Werbungskosten abziehbar.